Der Coppenrath Verlag hat eine lange Tradition und war vielen als wissenschaftlicher Verlag bekannt, bis er 1977 von Wolfgang Hölker, geboren 1948, übernommen wurde – und er dem Verlag mit seinen innovativen Ideen entscheidende Impulse gegeben und ihn auf gänzlich neue Wege gebracht hat.

So hat er von Anfang an Kinderbücher verlegt. Zu den ersten Kinderbüchern gehörten die „Vogelhochzeit“ oder das Kinderliederbuch von Antje Vogel: ein in Leinen gebundenes Buch mit klassischen Kinderliedern. Schon damals war ihm wichtig, Bücher zu machen, die Kindern Spaß machen – und so kam er auf den Gedanken, auf den Bucheinband eine kleine Mundharmonika zu befestigen.

Damals erschien der Gedanke „verrückt“, neben Büchern auch Teddybären zu verkaufen. Ein Prädikat, das Wolfgang Hölker freut. „Wenn Kunden oder Besucher unseren Verlag verlassen und sagen: ‚Solch einen verrückten Verlag habe ich noch nicht gesehen‘, macht mich das stolz“, sagt der Verleger. Und das geschieht nicht selten. Denn seit sich  das Verlagshaus am sogenannten „KreativKai“ im Hafen von Münster befindet, lockt es viele Geschäftspartner und fällt den Spaziergängern auf.  „Das ist der ungewöhnlichste Verlag, den ich gesehen habe“, sagen sie dann. Kein Wunder. Denn allein der Eingang lässt erahnen, dass dieser Verlag ein Grenzgänger in der Verlagswelt ist: Vorbei an der himmelblauen Wolkenmalerei, wird der Besucher über goldene Buchstaben und in Tuchfühlung mit steinernen Elefanten durch eine rote schwere Tür in den Welten des Coppenrath Verlags begrüßt.

Wer einen Blick in den Verlag werfen darf, ist noch erstaunter: Neben den vielen Büchern für die Kleinsten, Adventskalendern, Büchern für Jugendliche und solche mit Geschenkanlass tummeln sich Plüschfiguren und Accessoires inmitten alter Stühle, origineller Türen und Spielzeugen längst vergangener Zeiten. „Den Verlag so zu gestalten, wie er hier zu sehen ist, macht mir unheimlich Spaß“, sagt der Grafiker und Verlagskaufmann, der augenzwinkernd ergänzt: Bei uns zu Hause sieht es genauso aus und meine Frau verzweifelt oft, wenn ich am Wochenende mal wieder auf dem Flohmarkt war ..."

Mit seiner Frau, der Modedesignerin Siggi Spiegelburg, die der Edition „Die Spiegelburg“ auch den Namen gab, ist er seit über 25 Jahren verheiratet. Gemeinsam haben sie zwei Kinder. In ihrem Modeatelier entwirft die in bunte Stoffe und schillernde Details verliebte Designerin exklusive Kleidungsstücke vom Pulli bis zur Abendrobe. Gemeinsam mit ihrem Mann darf sie als Pionierin des Concept-Stores gelten: Schon mit 20 betrieb sie einen Laden, wo nebst Mode alle erdenklichen Liebhaberstücke feilgeboten wurden“, schreibt die Vogue über Siggi Spiegelburg. Ein Konzept, das das kreative Ehepaar entwickelt und das Wolfgang Hölker in den deutschen Buchhandel gebracht hat.